15. Landesschützentag
2. Landesböllertreffen

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25. -27. Juli 2014 in Bürgel

Die Schützen der Töpferstadt Bürgel waren am Sonnabend Gastgeber des 15. Thüringer Schützentages. Zu den Höhepunkten der Veranstaltung, bei der so gut wie alle im Freistaat ansässigen Schützenvereine oder -Gesellschaften anwesend waren, gehörte das 2. Thüringer Böllertreffen. Rund 70 verschiedene Handböller, Gewehre, Kanonen und Mörser wurden gezündet, deren Donner über Bürgel grollte.

Böllern

Foto: D.Urban

"Und jetzt wird eine Salve gefeuert." Ohrenbetäubender Lärm, als die Thüringer Böllerschützen am Sonnabend auf dem Sportplatz in Bürgel gleichzeitig aus allen Rohren feuerten. Schwere und leichte Kanonen sowie Mörser spuckten Feuer und Rauch. Mit einem Riesenrumser machte sich der Mörser von Heinz Burghausen vom Böllerschießverein "Am langen Berg" bemerkbar. "Da passt ein Kilogramm Schwarzpulver rein", klärte Burghausen, dicke Stöpsel in den Ohren, die Nachbarschaft auf.
"Die Salve ist die hohe Kunst beim Böllerschießen", sagte Stephan Thon, der wenige Stunden später auf der Landesdelegiertenkonferenz im Bürgeler Schützenhaus mit 73 zu 44 Stimmen zum neuen Präsidenten des Thüringer Schützenbundes gewählt wurde. "Je enger das Fenster des erzeugten Schalls, umso besser."
23 Kanonen unterschiedlichsten Kalibers, zehn Standböller sowie unzählige Hand- und Schaftböller wurden bis in die Mittagsstunden mehrfach abgefeuert. "Bei den anderen Landesverbänden hat man sich sehr beeindruckt gezeigt", sagte ein Schützenbruder.
Andreas Schmidt vom Schützenverein Beulwitz findet den lauten Knall, den die Vereinskanone erzeugt, beeindruckend. "Die ist in Großeutersdorf hergestellt worden", erklärte er. Um die 130 Dezibel laut sei ein Kanonenschuss.
Doch nicht nur das 2. Thüringer Böllerschießen zog Schaulustige von nah und fern nach Bürgel. Als sich die Schützenfrauen und -männer am Abend gegen 18 Uhr zum großen Festumzug formierten, säumten trotz eines leichten Regenschauers dutzende Gäste die Straßen.
Ein imposanter Zug setzte sich schließlich von der Oststraße quer durch die Innenstadt bis zum Schützenhaus in Bewegung: Vornweg Schützenbund-Präsident Stephan Thon und Ehrenpräsident Dirk Eisenberg in einem uralten Ford aus dem Jahr 1926, gefolgt vom BTU Orchester Hermsdorf und den Mitgliedern von Schützenvereinen aus ganz Thüringen.
Mit dabei auch der Spielmannszug Klengel-Serba, der Faschingsclub, die Traditionsfeuerwehr sowie weitere Vereine aus Bürgel und Umgebung.
Stickig ging es hingegen auf der Delegiertenversammlung im Schützenhaus zu. Neben der Neuwahl des Präsidiums, dessen Mitglieder nun vier Jahre den rund 18"000 Thüringer Schützenfrauen und -männern vorstehen werden, die in 502 Vereinen organisiert sind, standen auch weitere Wahlen und Auszeichnungen auf der Tagesordnung. Besonders freuen konnte sich Manfred Hesse: Der Kreisschützenmeister des Saale-Holzlandes erhielt für sein ehrenamtliches Engagement um den Schießsport das Ehrenkreuz des Deutschen Schützenbundes in Silber überreicht. "Das ist eine überaus seltene und sehr hohe Auszeichnung", verdeutlichte Präsident Thon.
Nach über zehn Jahren Beitragsstabilität beschlossen die Delegierten zudem, den monatlichen Beitrag um 1,50 Euro zu erhöhen. "Das ist moderat", hieß es.
Bis in die späten Abendstunden streng geheim gehalten wurde die Proklamation des neuen Thüringer Schützenkönigs.
An die 30 Frauen und Männer hatten am Vormittag in Jena um den Titel gekämpft, aber keiner wusste vorher, welchen Teiler sie erzielt hatten. Mit einem Teiler von 9,9 Ringen ging der Titel schließlich an Heinz Uczessanek vom SSV Heyerode 1990 e.V., gefolgt von Volker Hohlbein vom gleichnamigen Verein (9,6 Ringe). Den dritten Platz musste sich ein Ehepaar teilen: Heidrun und Gerd Voigt vom SB 1841 Großgottern erreichten jeweils 9,4 Ringe.
Präsident Thon versicherte indes, die Belange der Thüringer Schützen über alle Maßen hin­aus in seiner Amtszeit zu vertreten und die Jugendarbeit stark zu fördern.
Artikel OTZ Eisenberg