2. Thüringer Landesböllertreffen  -  Bürgel/Thüringen 2014  -

„Die Salve ist die hohe Kunst beim Böllerschießen“ Stephan Thon, Präsident des TSB

Anläßlich des 15. Landesschützentag in Bürgel/Thür., Saale-Holzland-Kreis, fand das 2. Landesböllertreffen statt.

Durch Kreisschützenmeister Manfred Hesse und Kreisböllerrefernt K.-Thomas Angermann wurde das Landesböllertreffen vorbereitet, organisiert und erfolgreich durchgeführt. Die Stadt Bürgel stellte die Sportstätte des SV Blau-Weiss-Bürgel zur Verfügung.

In der Vorbereitung wurden durch den Kreisböllerrefernt ca. 400 Vereine und Böllerschützen   mit e-Mailkontakt, über unser Vorhaben informiert und die erforderlichen Unterlagen zugesendet. Aber auch die Kreisschützenmeister motivierten ihre Vereine zur Teilnahme am Landesböllertreffen.

So schrieb z.B. der KSM des SOK Lutz Donath an seine Vereine im Kreis:

„Lasst uns gemeinsam öffentlich auftreten und der Bevölkerung zeigen, dass wir ein traditionsbewusster Sportverein sind und uns nicht verstecken brauchen!“

Schon im Januar meldeten die ersten Vereine und Schützen ihre Teilnahme und es war aus den Schreiben die freudige Erwartung auf das Landesböllertreffen zu erkennen. Bis zwei Tage vor dem Böllertreffen gingen noch Teilnahmemeldungen beim Kreisböllerrefernt ein.

Am 26.07.2014 konnte Kreisböllerreferent K.-Thomas Angermann, unter dessen Kommando das 2. Landesböllertreffen stattfand, schon ab 08:00 Uhr die ersten Böllerschützen, Dorothea Aust und Normann Matz von der Priv. Schützengesellschaft1560 e.V. Königsee/Thüringen, begrüßen und auf ihre Stellplätze einweisen. So ging es dann fröhlich weiter und es verbreitete sich eine freundschaftliche und herzliche Stimmung, in der bestens, durch Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, hergerichteten Sportstätte.

Großes Interesse kam dann noch auf, als  Böller-Schillinger aus Vachendorf seinen Stand aufbaute, Pulver und Böllerutensilien anbot, darauf hatten einige Teilnehmer schon gewartet.

Inzwischen hatte sich auch der Festplatz gefüllt und Schützen und Gäste wurden von den Schützen der Bürgeler SG und deren Helfern bewirtet. Inzwischen waren auch das Präsidium des TSB, Vertreter zahlreicher Landesverbände des DSB und weitere Ehrengäste aus Politik

und Sport in der Sportstätte eingetroffen, um sich unter die Schützenschwestern- und Brüder, sowie deren viele Gäste und Freunde zu mischen und waren auch gespannt, was sie nun alle erwartet.

10:00 Uhr – nun war es soweit! Aus 17 Thüringer Schützenkreisen kamen aus 34 Vereinen sowie 3 Vereinen vom Landesverband Sachsen-Anhalt, um bei sonnigem Juliwetter am 2. Landesböllertreffen teilzunehmen.  Aufstellung genommen hatten: 46 Hand- u. Schaftböller, 8 Vorderlader-Gewehre, 23 Kanonen und 12 Standböller/Mörser. Einige Vereine hatten ihre Vereinsfahnen mit zur Aufstellung gebracht, diese wurden stolz am Geschütz aufgestellt, oder wie z.B. die Vereinsfahne der Böllerschützen-Camburg-Dornburg, von den zwei Böllerfrauen, Martina und Marina, stolz gehalten. Es war schon ein unvergesslicher Anblick, die Böllerschützen in ihren Böllertrachten, Vereinsuniformen und Traditionsuniformen aus längst vergangenen Zeiten, im Stadionrund bewundern zu können. Der Kreisböllerrefernt begrüßte von seinem Standort aus nochmals recht herzlich die Teilnehmer und Gäste am 2. Landesböllertreffen, und wünschte allen einen unvergesslichen Schützentag in Bürgel. Die Spannung stieg an, denn der größte Teil der angetretenen Böllerschützen hatte noch nie zusammen an einem Böllertreffen teilgenommen.  Mit einem ohrenbetäubenden Donner und einer gewaltigen Rauchwolke, begrüßte Heinz Burghausen aus Allersdorf im Ilmkreis, mit seinem „Großen Heinz“ die Böllerschützen. Dafür gab es von allen Seiten respektvollen Beifall.  „Da passt ein Kilogramm Schwarzpulver rein“  klärte er die umstehenden Böllerschützen auf. Die Kommandos waren den Teilnehmern aus der Ausschreibung bekannt, nun konnte es richtig losgehen.  Als erstes kam das Kommando „Laden“. Das dauert natürlich eine Weile und so machten sich auch die Präsidiumsmitglieder des TSB, angeführt von Präsident Dirk Eisenberg, auf den Weg, um die Böllerschützen persönlich zu begrüßen. Der Kreisböllerreferent kündigte die erste langsame Reihe an, die der Eröffnung des 2. Böllerschützentreffen gewidmet wurde. Auf das Kommando, „Langsame Reihe – von links beginnend - Feuer“, gab die erste Handböllerschützin ihren Schuß ab. Die Reihe ging von Schütze zu Schütze, die lange Kanonenreihe weiter, bis auch der letzte Standböller abgefeuert wurde. Das war natürlich wieder der “Große Heinz“. Diese erste Reihe wurde natürlich von den Zuschauern und Schützen mit donnerndem Beifall belohnt. Es war schon beeindruckend, den Klang der verschieden Böller und Kanonen zu hören, man kann da schon ins Schwärmen kommen! Da mit dem vereinseigenen Megaphon nicht alle Kommandos für alle deutlich zu verstehen waren, wurde dem Kreisböllerreferenten vom Beschallungsservice Borzym ein Mikrofon gereicht. Dafür vielen Dank. Es folgte eine „Schnelle Reihe“, auch diese wurde wieder mit Beifall belohnt. Nun der Höhepunkt des ersten Durchgangs, eine gemeinsame Salve. Es wurde noch mal kurz der Ablauf mitgeteilt, dass alle auf „3“ schießen sollen und los ging‘s. Auf das Kommando 1 – 2 – 3 betätigten alle gleichzeitig den Abzug, zogen an den Reisleinen oder legten die Schalter um. Auf einen Schlag feuerten die Hand-u. Schaftböller, Gewehre, Kanonen und Standböller/Mörser ihre Pulverladungen in den sommerlichen Himmel über Bürgel ab!

Ja, keiner hatte es erwartet, aber die Salve kam auf einen donnernden, ohrenbetäubenden Schlag. Stephan Thon, am Nachmittag zum neuen Präsident des TSB gewählt, schwärmte gegenüber den Gästen: „Die Salve ist die hohe Kunst des Böllerschießen, je enger das Fenster des erzeugten Schall, umso besser!“ Nun hatten sich die Böllerschützen eine Pause verdient, doch einige blieben bei ihren Kanonen und abgelegten Böllergeräten zurück, um diese zu beaufsichtigen, denn Sicherheit hat höchste Priorität!  Die Pause nutzen die Böllerschützen um sich zu stärken und zum Fachsimpeln, aber auch, um neue Kontakte zu knüpfen. Doch bald wurde wieder zur Aufstellung gerufen und die Schützenjugend der Bürgeler SG verteilte die, in der Töpferstadt hergestellten, Erinnerungsplaketten, an die Böllerschützen und Gäste. Dieser zweite Durchgang begann wieder mit einer Begrüßung der neu hinzugekommenen Bevölkerung, Schützen und Ehrengäste. Wieder wurde eine schnelle und eine langsame Reihe geschossen, die, wie sollte es anders sein, perfekt klappten. Als Höhepunkt in diesem Durchgang gab es eine geteilte Salve. Darauf waren sowohl die Zuschauer und Zuhörer, aber auch die Böllerschützen selbst, gespannt. Als erstes schossen die Hand- u. Schaftböller eine Salve ab. Der Schall kam wieder auf  3, was alle, auch die Kanoniere und Standböllerschützen, mit Beifall belohnten. Nun waren diese aber selbst an der Reihe. Alle waren sehr aufmerksam, zogen schon die Reisleinen straff oder legten den Daumen an den Schalter. Auf das Kommando 3 feuerten alle gleichzeitig ihre Ladung ab, es war wieder ein einziger Schall. Natürlich hatte der „Große Heinz“ wieder ein „Solo“, was alle Anwesenden sehr erfreute. In der folgenden Pause wurden wieder Böllerfachgespräche geführt und neu angereiste Schützen begrüßt. Aber auch der dritte Durchgang konnte sich hören, sehen und riechen lassen. Vor der langsamen Reihe wurden die neu angereisten Gäste begrüßt, das waren vorwiegend die Delegierte zur Feierstunde und zur Delegiertenversammlung des TSB. Der Höhepunkt des dritten Durchgangs war natürlich wieder die gemeinsame Salve. Alle warteten wieder gespannt auf die Kommandos. Wie es aber schon alle Böllerschützen und Gäste erwartet hatte, auf  3 hallte wieder ein Schall durch die Töpferstadt Bürgel. Wie sollte es anders sein, der „Große Heinz“ verabschiedete sich mit einem Soloschuß von allen Gästen und Böllerfreunden.

Nachdem die Schussversager beseitigt und die Sicherheit bei alle Böllerschützen  hegestellt waren,  wurden die Böllergeräte eingepackt und verladen. Die Böllerschützen und ihr Publikum hatten nun Zeit zum Feiern und zum Erfahrungsaustausch. Sicher entstanden auch neue Böllerfreundschaften.

Von Schützenbrüdern war dann später zu hören, dass sich die Vertreter der anwesenden Landesverbände des DSB und die Ehrengäste sehr beeindruckt von unserem Landesböllertreffen geäußert haben. Das sollte uns doch mit Stolz erfüllen. Auch mir gegenüber zeigten sich zur abendlichen Festveranstaltung Vertreter der Landesverbände von unserem Böllerschützentreffen beeindruckt und hoben besonders die freundschaftliche und herzliche Atmosphäre untereinander und mit der Bevölkerung hervor.

Da kann auch ich nur sagen, es war ein beeindruckendes Erlebnis und wir haben mit unserem Auftreten der Bevölkerung  gezeigt, dass wir ein traditionsbewusster und moderner Schießsportverein sind.

Zum Schluß möchte ich mich bei Manfred Hesse und seinen Helfern für diesen super organisierten Landesschützentag mit Landesböllertreffen und natürlich allen Teilnehmern und Gästen bedanken. Wir hoffen, dass diesem Landesböllertreffen noch viele weitere folgen werden und freuen uns schon auf den 16. Landesschützentag mit

3. Landesböllertreffen 2016 in Treffurt, im Wartburg Schützenkreis!

Karl-Thomas Angermann
Vizepräsident Tradition/Brauchtum