Jugend will Robin Hood nacheifern:
Thomas Angermann holt sich Kreisschützenkette in Camburg

Leistungsvergleich und fachsimpeln in Camburg.

Bogenschuetzen

Kreisschützenfest in Camburg. Mit dabei war auch Gesine Schmidt, die den Gästen demonstrierte, worauf es beim Bogenschießen ankommt. Die Bogenschützen gehören zum Schützenverein Camburg 1784. Foto: Angelika Schimmel

Camburg. Die Schützen betreiben ein Hobby, das nicht jedermanns Sache ist. "Die öffentliche Diskussion um Amokläufe und die verschärften Richtlinien zum Besitz von Waffen und dem Umgang damit machen uns die Nachwuchsgewinnung schwer", gesteht Franz Eberle, Vorsitzender des Schützenvereins Camburg 1784 e.V. Das Durchschnittsalter der etwa 30 Sportschützen seines Vereins liegt über 50. Deutlich darunter liegt das jener rund 50 Vereinsmitglieder, die in einer eigenen Abteilung den Bogensport betreiben. "Zu den Bogenschützen gehören zahlreiche Kinder und Jugendliche, schon mit sechs, sieben Jahren können sie sich mit Pfeil und Bogen ausprobieren. Und das scheint vielen Spaß zu machen", ergänzt Eberle. Den passionierten Sportschützen freut das, denn durch die vor knapp zwei Jahren begonnene Kooperation mit den Bogenschützen konnte der Camburger Schützenverein am Leben erhalten und deutlich verjüngt werden. Deshalb war es auch keine Frage, dass am Sonnabend, als der Camburger Verein Gastgeber für das diesjährige Kreisschützenfest des Saale-Holzland-Kreises war, auch die Bogenschützen mit von der Partie waren.

Anlass, die rund 20 Schützenvereine des Landkreises nach Camburg einzuladen, war die Fertigstellung einer neuen Schießbahn. Bisher konnten die Camburger in ihrem Schützenkeller nur auf einer 10-Meter-Bahn das Schießen mit dem Luftgewehr trainieren. Wollten sie mit Pistolen oder Kleinkalibergewehr schießen, mussten sie auf Tour ins Umland gehen. Bis nach Bad Kösen oder Neidschütz-Boblas in Sachsen-Anhalt sind sie gefahren. Doch das ist nun unnötig.

"Dank des Engagements vieler Vereinsmitglieder und auch großen finanziellen Einsatzes einiger Mitglieder konnten wir im Schützenkeller nun eine 25-Meter-Schießbahn einrichten", berichtete Eberle am Samstag den angereisten Gästen aus Schkölen, Stadtroda, Mörsdorf, Milda oder Bürgel.

Die konnten sich von den sportlichen Bedingungen auf der neuen Anlage dann gleich selbst überzeugen. Stephan Preuß und Mike Sicker von der Bürgeler Schützengesellschaft gehörten zu den ersten, denen Kreissportleiter Thomas Angermann in den beiden Kabinen Waffen und Munition aushändigte. Insgesamt 25 Schützen haben ihr Treffsicherheit unter Beweis stellen wollen und haben auf die 25 Meter entfernte Scheibe fünf Schuss abgegeben, von denen die besten drei für den Wettstreit um die "Kreisschützenkette" zählten.

Am Ende siegte derjenige, der allen anderen den Vortritt gelassen hatte: Thomas Angermann, der als Kreissportleiter im Landkreis für die Organisation sämtlicher Sportschützen-Wettkämpfe verantwortlich ist. Mit 29 von möglichen 30 Ringen sicherte er sich das Recht, jetzt ein Jahr lang die Trophäe zu tragen. Dem erfahrenen Schützen gelang es am Sonnabend zudem, auch beim Schießen um die "Grafschaftskrone", die vom gastgebenden Verein gestifteten Pokale, sich den größten zu holen. Wiederum schaffte er 29 Ringe. Stephan Preuß aus Bürgel war mit 28 Ringen nicht viel schlechter, Frank Paul bekam für 26 Ringe den dritten Pokal.

Ganz ohne glänzende Siegerprämie mussten sich die Damen und Herren begnügen, die sich bei der Präsentation der Bogenschützen trauten, in die Fußstapfen von Robin Hood zu treten. Gesine Schmidt und Abiturientin Ines Trautmann erklärten geduldig, worauf es ankommt und gaben Hilfestellung. Gut möglich, dass einige der Gäste in den nächsten Wochen auf dem Bogen-Parcours des Vereins im Wald bei Stöben den Versuch wiederholen.

Artikel OTZ
Angelika Schimmel / 12.08.13